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Simplicity im UX-Design

Sophie Bukowski | 08. April 2021


Eine  User Experience  beschreibt Eindrücke, Reaktionen und Gefühle, die ein Kunde während und nach der Benutzung eines digitalen Services erfährt. Die individuelle Erwartungshaltung und der technische Kenntnisstand des jeweiligen Users spielen dabei eine große Rolle.

 

Das UX-Design ist dafür da, Nutzern von Websites, Software oder mobilen Anwendungen ein möglichst positives Erlebnis zu verschaffen. Die Maschine-Mensch-Schnittstelle soll so angenehm und schlüssig wie möglich sein. Das geschieht, indem das Design Schnittstellen entwickelt, die in sich logisch, einfach und ohne Brüche funktionieren. Wenn es Spaß macht, eine Website zu besuchen oder eine App zu benutzen, dann ist das UX-Design gut. Wenn Nutzer hingegen überfordert werden, ist das perfekte Erlebnis nicht erreicht.



App-Entwicklung Image

UX-Design zielt auf Umsatzsteigerung aus

Das UX-Design ist wesentlich dafür verantwortlich, wie lange ein User auf einer Webseite bleibt oder eine Software nutzt. Somit hat es einen maßgeblichen Einfluss auf das Kaufverhalten über die Markenwahrnehmung. Hat die Zielgruppe gegenüber einer Marke einen “Joy of Use” aufgebaut, lässt sie sich gerne darauf ein, sich zu binden. Der erfolgreiche Weg vom ersten Interesse zum Kaufabschluss gestaltet sich immer unter der Voraussetzung einer exzellenten User Experience. Heute müssen sich Produkte gegen viel Konkurrenz durchsetzen. Mit einem exzellenten UX-Design kann das volle Potential aus jedem Angebot geschöpft werden. Gerade bei hochwertigen Produkten oder Dienstleistungen ist ein Blick auf die User Experience unabdingbar. Sie stellt einen erheblichen Faktor für den Erfolg eines Unternehmens dar. 


Aufgabenbereiche

Die Aufgabenbereiche im UX-Design sind vor allem von analytischer und strategischer Natur: 

  •     Analyse der Ansprüche an die Anwendung 
  •     Festlegung der Inhaltsstruktur 
  •     Abklärung der technischen Realisierbarkeit durch Usability-Tests 

 

Was sind die Faktoren für eine gelungene User Experience?

Im Mittelpunkt der Konzeption eines UX-Design steht die Verknüpfung der Bedürfnisse des Nutzers mit denen des Unternehmens. Es wird analysiert, wie man den Nutzer positiv unterstützen kann, damit sein Wunsch schnellstmöglich erfüllt wird. Die sogenannte „User Journey“ gestaltet sich in folgenden Etappen: Der User hat ein Problem, weshalb er den Service eines digitalen Produkts nutzt. Er fragt sich, ob er damit die richtige Lösung für sein Problem findet. Weiterhin wird er herausbekommen wollen, wie lange er für die Klärung des Problems braucht und ob er auch Spaß dabei haben kann. Es gilt zu ergründen, was wichtig ist, um sein Vertrauen in das Produkt zu gewinnen.


Auf diesen Säulen stützt sich ein erfolgreiches UX- Design:


  • Leichter Zugang zum Produkt
  • Als Erstes sollte die Website/App zugänglich sein. Jeder Nutzer von digitalen Anwendungen bringt individuelle Fähigkeiten und Kenntnisse mit und auch körperliche Beeinträchtigungen wie zum Beispiel eine Sehschwäche sollten berücksichtigt werden. Beispielsweise mit einer Einbindung eines Sprachassistenten. Für Jeden muss eine Anwendung problemlos nutzbar sein.

     

    • Intuitive Bedienung

    Die intuitive und nutzerfreundliche Gestaltung der Anwendung bildet die zweite Säule. Der User soll sein Ziel so schnell wie möglich erreichen. Sei es, sich nur über ein bestimmtes Thema zu informieren oder eine Bestellung durchzuführen. Hier wird herausgefiltert, welche Funktionen ein positives Mittel darstellen, um ein positives Nutzererlebnis zu erhöhen.

     

    • Emotionale Ansprache

    Beim Design-Entwurf fließen besonders in Bezug auf die emotionale Ansprache Erkenntnisse aus der Psychologie mit ein. Emotionen sind instinktiv und intuitiv. Positive Erfahrungen buchen wir ab, um sie gerne zu wiederholen. Im optimalen Fall kehrt ein User deshalb zurück, weil er eine emotionale Bindung aufgebaut hat. 

     

    User zentrierte Ausgestaltung:

    Visuelle Gestaltung

    Die visuelle Ästhetik spielt im Gesamterlebnis des Nutzers eine sehr zentrale Rolle. Das Design soll zum einen die reibungslose Bedienung und Übersichtlichkeit der Website unterstützen, zum anderen aber auch visuell so ansprechend sein, dass der Benutzer gerne wiederkommt.

    Contentwriting

    Normalerweise kommen Texter am Ende eines Prozesses zum Einsatz. Beim UX-Design ist der „UX-Texter“ schon von Anfang an mit dabei. Er ist Teil des Design-Teams, um die User Experience sprachlich zu untersuchen und zu optimieren. Sprache ist das Element der Kommunikation zwischen Kunde und Produkt. Ein guter Content gestaltet die Beziehung zwischen Mensch und System natürlich, sodass sie als positiv empfunden wird.

    Was bedeutet “Simplicity in UX-Design”?

    Die deutsche Übersetzung von „simplicity in UX-design“ erfasst mit “Einfachheit im UX-Design“ nicht das, was in dem Wort „simplicity“ steckt. Hier wird ein Erlebnis beschrieben, dass wir differenzierter als reduziert und klar erfassen können. Simple heißt einfach nicht nur einfach. Simple bedeutet auch intuitiv und damit sehr benutzerfreundlich. Und hier liegt die große Herausforderung. Jeder Mensch ist anders, und so strebt jeder User eine unterschiedliche Produkterfahrung an.

     Welche Ziele kann ein klares und reduziertes UX-Design erreichen? 

     

    •     Mehrwert durch Nutzen und Übersichtlichkeit
    •     Komfort
    •     Schnelligkeit

     

    Mehrwert durch Nutzen und Übersichtlichkeit

    Für den Mehrwert spielt die Art der Erwartungshaltung eine sehr große Rolle. Ein langjähriger Apple Kunde wird eine andere Erwartung an das neue Apple Smartphone haben als jemand, der die Marke noch nicht kennt. Die Kunst der UX- Designer*innen ist es, eine Erfahrung zu schaffen, mit der beide Interessenten zufrieden sein werden. Ein klares UX-Design übersetzt auch sehr komplexe Inhalte in der Form, dass Nutzer es leicht verstehen können. Es verfolgt das Ziel, intuitiv, bequem und selbsterklärend gestaltet zu sein. Ein reduziertes und klares Design vermittelt oft ein sofortiges Gefühl von Verständnis und bietet einen neuen Nutzen, den es vorher nicht gegeben hat. Bezüglich der Übersichtlichkeit freuen sich viele User über eine visuell puristische Ästhetik. Menschen möchten zwar eine Auswahl bekommen, aber nicht zu viel. Es gibt ein psychologisches Phänomen namens „Choice Overload“, das besagt, dass wir angesichts zu vielen Optionen dazu neigen, uns gar nicht zu entscheiden. 


    Komfort

    Mit Komfort ist eine Interaktion gemeint, die klar ist und der man gerne folgt. 94 % aller User geben beispielsweise an, dass sie eine einfache Navigation beim Besuch einer Website wichtig finden. Wird ein Produkt oder eine Website intuitiv erschließbar, hat dies einen großen Komfort. Jeder liebt diese Art von Verschmelzung mit der Marke innerhalb einer digitalen Reise.

     
    Schnelligkeit

    Eine reduzierte und klare Ansprache spart Zeit beim Prozess der Informationssammlung. Ein komplexes Angebot ist immer zeitaufwendiger. Im Zuge des digitalen Konsums nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab. Deshalb darf eine Aktion nicht zu viele Schritte beinhalten oder zu lange dauern.

     

    Simplicity im UX-Design nicht um jeden Preis

    Die meisten UX-Experten sind sich einig, dass Klarheit und Einfachheit etwas ist, was die Nutzer erfreut, mehr Vorteile bringt und insgesamt einer komplexen Lösung vorgezogen werden sollte. Gerade Lösungen, die große Zielgruppen ansprechen, sollten leicht zugänglich sein, um so gut wie möglich verstanden zu werden. Und das leistet ein klares Design eben besser.

    Wenn jedoch die Tendenz zur Klarheit überhand nimmt, dann besteht die Gefahr, dass das Design zu simple und damit plump wird. Dann ist „Simplicity“ nicht mehr vorteilhaft, sondern lässt die Dienstleistung oder das Produkt minderwertig wirken. Es gibt einen schmalen Grat zwischen genialer Einfachheit und zu einfachen Lösungen. Da verwundert es nicht, dass hervorragende UX-Designer mit komplexen Konzepten aufwarten, um den reinen, besten Approach zu finden. 

    Wo ein kompliziertes UX-Design Sinn macht: Blick auf die Zielgruppe

    Kompliziertes UX-Design kann im Endergebnis manchmal sogar einen Mehrwert bringen. Es grenzt die Zielgruppe sehr genau ein. Mit seinem durchaus komplexen UX Design hat sich beispielsweise die App Snapchat kaum bei Erwachsenen etablieren können. Aufgrund ihres unübersichtlichen Designs genießen die User volle Exklusivität, denn sie kommen damit generationstechnisch zurecht und finden es umso besser, dass Erwachsene ihnen nicht nachspionieren, weil ihnen der Zugang dazu zu mühsam erscheint. Der erfolgreiche Börsengang von Snapchat zeigt, wie diese Strategie aufgeht. Das kontraintuitive UX ist ein großer Baustein ihres Erfolges. Gute User Experience zeichnet sich also nicht nur durch ein reduziertes und möglichst intuitives Interface aus. Ein gutes UX-Konzept muss die Zielgruppe verstehen und ihre Gewohnheiten aufgreifen.