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Green-IT

Sophie Bukowski | 15. März 2021


Green-IT verfolgt das Ziel, den gesamten Ressourcenverbrauch der Informations- und Kommunikationstechnik umweltorientiert zu gestalten. Dies fordert die Optimierung des Ressourcenverbrauchs während der kompletten Herstellung von der Konzeption über den Betrieb bis hin zur Entsorgung der Geräte.

Ein Großteil aller deutschen Unternehmen sind sich sicher, dass die IT-und Digital-Branche bezüglich des CO₂-Footprints eine Vorreiterrolle spielt. Derzeit nutzen noch wenige IT-Unternehmen diese Möglichkeiten. 46 %Prozent der Befragten nehmen sich vor, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt klimaneutral zu wirtschaften. Aber nur jedes zehnte Business will dieses Ziel schon in den kommenden fünf Jahren erreichen. 


Green-IT: Wie IT-Unternehmen ihren CO2-Footprint deutlich reduzieren können

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Diese Bereiche werden innerhalb der Green-IT Strategie optimiert:

- Material-und Energieverbrauch in der Herstellung und Nutzen

- Schadstoff-Emissionen in der Fertigung und Nutzung

- Green Software Engineering: ressourcenorientierte Programmierung

- Design der Produkte

- Entsorgung und Recycling

- Herstellung möglichst langlebiger Produkte

- Betrieb von IT-Geräten mit erneuerbaren Energien.

Thema Energieverbrauch

Die neusten Prognosen zeigen, dass der weltweite Stromverbrauch durch die IT-Branche weiter ansteigt. Die gigantischen Rechenzentren werden auch in naher Zukunft viel Strom verbrauchen. Laut Messung der französischen Agence de la transition écologique soll der Stromverbrauch aller Rechenzentren weltweit pro Jahr bis 2025 um knapp 70 %Prozent steigen. Weiterhin wird erwartet, dass sie 2030 13% Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verursachen werden. Das ist gigantisch viel vor dem Hintergrund, dass nicht abzusehen ist, aus welchen Energiequellen 2030 alle international betriebenen Rechenzentren ihren Strom beziehen werden.

 

Cloud-Computing als brauchbare Lösung, um weltweit CO zu sparen?

Zurzeit wird Cloud-Computing als die optimale Alternative erachtet, mit der sich ca. 58 Millionen Tonnen CO₂ weltweit jährlich einsparen ließen – so viel wie der Benzin-Ausstoß von ca. 22 Millionen Autos. Immer mehr Unternehmen reduzieren mit der Cloud und Open-Source-Software bereits ihren CO₂-Footprint indem sie IT-Prozesse automatisieren. Open-Source-Software entlastet Systeme, weil sie herstellerneutral ist, offene Schnittstellen hat und sich dadurch flexibel in einer Vielzahl unterschiedlicher Server-Systeme und Datenbanken einsetzen lässt. Da ein Open-Source-Code weniger aufwendig geschrieben ist und dadurch weniger Rechenleistung braucht, sparen durch ihn auch die Produkte Strom und Emissionen, in denen er integriert ist. 


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Auch Mini-PCs, Tintenstrahldrucker und Thin Clients senken den Stromverbrauch

Nachhaltige Unternehmen achten auch beim Einkauf von Hardware auf die umweltrelevanten Maßstäbe. Büroarbeitsplätze mit geringerem Energiebedarf sind beispielsweise Mini-PCs oder Thin Clients. Sie bestehen nur aus Tastatur, Maus, Monitor und Headset und greifen auf serverbasierte Programme zu. Wer Tintenstrahldrucker verwendet, ist ebenso auf dem Vormarsch. Diese Technologie hat sich rasant weiter entwickelt und verbraucht nur noch zwischen 10 und 20 Watt statt bis zu 400 Watt.

Transparente Software- und Systemlandschaft

Die Entwicklung einer transparenten Software- und Systemlandschaft ermöglicht eine optimale Infrastruktur, um nachhaltiger zu wirtschaften. Nur wer diese Transparenz hat, weiß, wie die IT-Architektur im Gesamten dimensioniert werden muss. Indem ein Überblick über alle Anwendungen gegeben ist, wird deutlich, welche Systeme sich gegenseitig Informationen übermitteln. Dieses Wissen ist essenziell für zuverlässige Prozesse, Sicherheit und Weiterentwicklung sowie der Integration von neuen Systemen. Neben einem sorgfältigen Einblick in die erforderlichen Funktionalitäten in der Landschaft sorgt eine Transparenz auch für mehr Unterstützung und schnellere Akzeptanz innerhalb eines Unternehmens. Ein ganzheitliches Bild der Landschaft verhindert, dass manche Bereiche als separate Ebenen behandelt werden. Die „Spaghetti-Architektur“, bei der Systeme nur punktuell integriert werden, kann von der modernen Architektur abgelöst werden, in der alle Bereiche miteinander in Verbindung stehen.

Systemlandschaft IT:

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Grüne- und nachhaltige Datenstrategie

Die im Unternehmen entstehenden Daten benötigen große Mengen an Speicherplatz. Es ist deutlich nachhaltiger, nur die Daten zu speichern, die für die Optimierung des Betriebs und die Produktentwicklung wirklich erforderlich sind. Eine grüne Datenstrategie bündelt Daten in noch übersichtlicheren Ordnerstrukturen. In diese fügen sich IT-Prozesse wie die regelmäßige Sicherung und Synchronisierung von Daten zudem nur ein, wenn sie zu Zeiten stattfinden, in denen das System nicht anderweitig ausgelastet ist. Mit künstlicher Intelligenz lassen sich solche Prozesse genau dann starten, wenn gerade besonders viel grüner Strom
durch die Leitungen fließt. 

Die Green-IT- Initiative des Bundes

Aufgrund der Prognose-Daten bezüglich des Energieverbrauchs, sieht auch die Bundesverwaltung eine Dringlichkeit, ihre IT-Infrastruktur so zu gestalten, dass diese zum Klimaschutz beiträgt. Gut eingesetzt, kann der Bedarf an Energie und natürlichen Ressourcen durch die Digitalisierung nachhaltig reduziert werden. Das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz möchte mit der Initiative einen Beitrag zur Reduzierung des Energieverbrauchs sowie der Treibhausgas-Ausstöße leisten.

Als wesentliche Maßnahmen der Green-IT-Initiative werden folgende Aktivitäten durchgeführt:

 

  • Stärkung der Energieeffizienz in den Rechenzentren des Bundes
  • Senkung des Stromverbrauchs der Bundes-IT
  • Nachhaltige IT-Beschaffung
  • Genaue Analye der Ressourceneffizienz in Rechenzentren
  • Einheitliches Verfahren im Controlling

 

Quelle: https://www.bmu.de/themen/europa-internationales-nachhaltigkeit-digitalisierung/digitalisierung-und-umwelt/green-it-initiative/